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Tina Schlegel




Tina Schlegel war Regieassistentin, Drehbuchautorin und Redakteurin, bevor sie als freiberufliche Kulturjournalistin u.a. für die Süddeutsche Zeitung und die Münchner Abendzeitung arbeitete. Seit 2012 schreibt sie für die Augsburger Allgemeine über Kunst, Theater und Musik und lebt mit ihrer Familie am Niederrhein und im Unterallgäu. Die vielfach prämierte Autorin (zuletzt Moerser Literaturpreis) und verlegte Buchautorin will sich nach zahlreichen erfolgreichen Krimis nun mit Liebesromanen beschäftigen. In Kürze erscheint ihr erster bei Emons.


Veröffentlichungen:

„Tief am Grund des Sees“ (Krimi, Oktober 2022); „So kalt der See“, (Krimi, Januar 2022); „Ein aufregendes Jahr für Nepomuk Morus“ (Kinderbuch, geplant 2022); „Still schweigt der See“, (Krimi, August 2020); „Gewittersee“ (Krimi, 2019); „Der Wolf vom Bodensee“ (Krimi, 2019); „Lametta für ein ganzes Jahr – Geschichten von meiner Tochter und mir, der Liebe und 1000 Ameisen“ (Kurzgeschichten 2018); „Die dunkle Seite des Sees“ (Krimi, 2017); „Schreie im Nebel“, (Krimi, 2015).


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Was sind literarische Vorbilder/ Lieblingsbücher?

Vorbilder in diesem Sinne habe ich keine, aber gewiss Autor*nnen und Werke, die mich prägten und/oder begleiten. Friedrich Dürrenmatt gehört hier definitiv dazu, auch E.T.A. Hoffmann und Bernhard Schlink, Kristina Ohlson, aber auch Jojo Moyes und Robert Seethaler; unvergessene Romane sind: „Turbulenzen“ von Chang-rae Lee, „Melodien“ von Helmut Krausser, „Die Straße“ von Cormac McCarthy, „Wir waren hier“ von Nana Rademacher.


Was ist Lieblingsspruch/-zitat/ Lebensmotto?

Die Widmung, die Antoine de Saint-Exupéry seinem kleinen Prinzen voranstellte:

Für Léon Werth.

Entschuldigt bitte, dass ich dieses Kinderbuch einem Erwachsenen widme. Das hat nämlich einen wichtigen Grund: Er ist der beste Freund, den ich in der Welt habe. Ich habe einen weiteren Grund: Er versteht alles, auch die Bücher für Kinder. Ich habe auch noch einen dritten Grund: Er wohnt in Frankreich, wo er hungert und friert. Er muss wirklich getröstet werden. Wenn euch diese Gründe allesamt nicht genügen, widme ich das Buch dem Kind, das dieser Erwachsene einmal war. Alle großen Leute waren einmal Kinder (aber nur wenige erinnern sich daran). So verbessere ich also meine Widmung:

FÜR LÉON WERTH ALS ER EIN JUNGE WAR


Wie erging es mit dem Buchdebüt?

Ich hatte mich schon ein paar Jahre bemüht, einen Verlag zu finden, einige Male gab es auch Gespräche mit Redakteurinnen, gleichwohl scheiterte die Veröffentlichung. Irgendwann war der Roman vor allem Ballast. Ich wollte ihn loswerden, also veröffentlichte ich ihn auf einer online Plattform. Nach ein paar Wochen rief mich eine Redakteurin vom Emons Verlag an, dass ihnen das Buch und mein Name bekannt vorkomme – tatsächlich hatten sie das Buch schon einmal in Händen – und dass es nun in ihr Programm passen würde. Es war Februar. Schon im Oktober sollte es erscheinen. Es ging dann alles so schnell, dass ich kaum Zeit hatte, mir darüber Gedanken zu machen. Dass dies ein absoluter Glücks- und Ausnahmefall war, wurde mir erst allmählich und in den Folgejahren bewusst. Ich weiß aber noch, dass ich im ersten Moment begeistert und dann komplett ungläubig war und immer drauf wartete, dass noch etwas schief geht :-)


Was sind die größten Hürden/ Herausforderungen als Autor*in?

Vermutlich ist es die Geduld, die ständig gefordert ist. Antworten von Verlagen dauern oft mehrere Monate. Es ist zum einen die Zeit der Hoffnung auf eine Zusage, zum anderen aber schlicht auch eine Wartezeit, die es zu überbrücken gilt – weiterschreiben oder abwarten? Die größte Herausforderung für mich als Autorin ist es, sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, die Freude am Schreiben immer in den Vordergrund zu stellen und weder auf Antworten zu warten, noch auf Verkaufszahlen und Rezensionen zu schielen. Hier gehört definitiv auch dazu, Absagen oder negative Kritiken nicht als persönliche Niederlagen zu begreifen. Das tägliche Schreiben hingegen fällt mir nach wie vor leicht, da ich immer mehrere Projekte im Kopf habe, aber gewiss ist das nicht selbstverständlich. Daher bin ich dafür besonders dankbar.



Welche Tipps/ Motto/ Lebensweisheit für angehende Autor*innen.

Das Wichtigste ist die idealistische Betrachtung des Schreibens. Autor*innen sollten ihr Thema, ihr Projekt, das Schreiben an sich wirklich lieben. Ziele können nicht der Bestseller und finanzieller Erfolg sein, sondern das fertige Buch an sich, das einen glücklich macht. Es ist der Wunsch, eine Geschichte zu erzählen im besten, ursprünglichen Sinne – als gute, spannende oder bewegende Unterhaltung, als Sinn- und Lebensbereicherung für andere.



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